Sa
19
Jun
2010
In dieser Jahreszeit immer wieder aktuell
ist das Kämmen der Hunde.
Wer sich einen Samojeden ins Haus holt sollte wissen, daß die Fellpflege sehr aufwendig ist. Man sieht leider sehr oft ungepflegte Samojeden. Ausreden gibt es da viele. Aber wenn man das Fell vernachlässigt bleibt dem Hundehalter oft nur der Ausweg, das Fell zu scheren und das ist wirklich sehr übel.
SChon von Beginn an gewöhnt man die WElpen an die Fellpflege. Zunächst nimmt man hierzu eine ganz normale Haarbürste aus Kunststoff. Wichtig schon jetzt, den Welpen dabei auch auf den Rücken zu legen, ihn herum zu drehen, ihn auf einen Tisch zu stellen und zu legen. Auch die empfindlichen Körperstellen dürfen jetzt nicht ausgelassen werden. Alles geschieht in Ruhe und liebevoll, das ganze ist kein notwendiges Übel sondern eine schöne Beschäftigung mit dem Kleinen für den Menschen und eine angenehme Berührung für den Hund.
Wenn man den Welpen richtig ans Kämmen gewöhnt sieht das später so aus. Hund liegt entspannt auf dem Tisch. Man muß nicht unnötig Kraft verschwenden zum Niederhalten oder Festhalten des Hundes sondern kann sich ganz aufs Kämmen konzentrieren . Dabei hält man mit einer Hand die Haut straff, ganz besonders an den empfindlicheren KÖrperstellen und kann so mit dem Kamm Zentimeter für Zentimeter genau auskämmen. Auf diese Weise kann man auch an den heiklen empfindlichen Stellen in Ruhe arbeiten. Ich kann meine Hunde hierbei wenden und herumdrehen wie ich es gerade brauche.
Das sind meine Utensilien. Zuerst nehme ich die Drahtbürste und bürste einmal alles großflächig durch. Wenn sie beginnen auszuhaaren nehme ich dann erst den Kamm mit den breiten Zinken. Bei allen Kämmen sind die Zinken übrigens beweglich. Der ganze Hund wird mit diesem Kamm gründlich durchgekämmt. Geht das leicht, verwende ich als nächsten Durchgang den Kamm mit den verschieden großen Zinken. Mit diesem Gerät geht sehr viel Unterwolle heraus. Wenn ich allerdings merke daß es mit dem feinen Kamm an manchen Stellen noch nicht leicht kämmbar ist nehme ich wieder Kamm Nr. 1. Da sind oft mehrere Durchgänge erforderlich, je nach Hund, Hundegröße und Beschaffenheit des Fells.
Den Kamm ganz rechts nehme ich für die Ohren, fürs Gesicht und den Hals. Das mögen sie gerne, das ist wie Massage für die Hunde. Mit der Fellschere kürze ich das Fell an den Pfoten, im Sommer und im Winter.
Wenn sie aushaaren braucht es oft mehrere Durchgänge bis ein Hund vollständig ausgekämmt ist. Das mach ich natürlich nicht an einem Tag, anfangs brauche ich für einen Kämmdurchgang je nach Hund und Fellbeschaffenheit eine Stunde. So wird halt abgewechselt, wie man sieht wollen die anderen ja auch an die Reihe kommen.
Gebadet werden meine Hunde übrigens nie. Lucy mit ihren 6 Jahren hatte noch nie Shampoo in ihrem Fell. Regelmäßiges Bürsten und Kämmen genügt vollkommen.
Samojeden brauchen ihr alltagstaugliches und funktionelles Fell im Sommer und im Winter, bei Regen und bei Schnee. Deshalb sollte man sie ohne dringende medizinische Notwendigkeit auf keinen Fall kastrieren,denn nach einer Kastration verändert sich das Fell. Bei Regen dringt trotz sehr dichtem Fell bei Kastraten die Nässe bis auf die Haut durch, rinnt nicht so leicht ab wie bei nichtkastrierten Samojeden und trocknet natürlich dementsprechend schlecht. Das Fell wird sehr pflegeintensiv. Viele versäumen das und es entsteht ein entsetzlicher undurchdringbarer Fellwust. Wenn das einmal passiert ist rate ich den Hund nicht zu scheren sondern fachgerecht ausdünnen zu lassen. Und dann sehr regelmäßig, mindestens einmal in der Woche gründlich kämmen, das kann bei einem kastratenfell bis zu 2 Stunden dauern. Kastrierte Samojeden haaren auch nicht regelmäßig und ganz aus. Wer also aus glaubt, aus Bequemlichkeit oder erzieherischen seinen Samojeden kastrieren lassen zu müssen handelt sich dafür ein samojedenlebenslanges Fellproblem ein.
Heidrun`s
Samojedenwelt
